Gemeinde Seckach

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Seckach

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Luftbild Seckach
Luftbild Seckach

Seckach ist seit dem freiwilligen Zusammenschluss von Großeicholzheim, Seckach und Zimmern am 01. Januar 1972 der Hauptort der Großgemeinde Seckach. Es liegt in zentraler Tallage am Zusammenfluss des Hiffelbaches und der Seckach. Die Namensgleichheit von Ort und Gewässer erklärt sich nicht zuletzt durch die Tatsache, dass der Begriff Seckach aus dem Keltischen (sequa ana) stammt und „nass sein“ heißt. Gleichzeitig kann hieraus geschlossen werden, dass sich auf der Gemarkung des heutigen Ortsteils Seckach schon um 500 v.Chr. die ersten Menschen angesiedelt hatten. Die erstmalige urkundliche Erwähnung Seckachs findet sich freilich erst im Jahre 788 im Lorscher Codex. Das Kloster Seligental erwarb den Ort dann im Jahre 1236; nach dessen Auflösung kam Seckach 1568 an Kurmainz. Im Zuge der Säkularisation im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses wurde Seckach 1803 in das neue Fürstentum Leiningen eingegliedert, gelangte aber nach dessen Auflösung durch die Rheinbundakte schon im Jahre 1806 an das Großherzogtum Baden.

Bis zur Eröffnung der Badischen Odenwaldbahn vom Mosbach nach Würzburg im Jahre 1866 war Seckach ein relativ unscheinbares Dorf mit rd. 950 Einwohnern und fern aller überörtlichen Verkehrs- und Handelswege. Dies änderte sich durch den Bahnbau aber schlagartig, denn es wurde sogleich auch eine Postkutschenverbindung nach Buchen und Walldürn eingerichtet. Aber schon im Jahre 1887 ersetzte die Bahnstrecke nach Walldürn die Postkutsche und Seckach war nun endgültig zu einem regionalen Eisenbahnknoten geworden, dessen Bedeutung sich durch den im Jahre 1899 vorgenommenen Lückenschluss in Ri. Miltenberg (Rhein-Main) noch weiter steigerte. Neben Bahn und Post sowie der bis Mitte des 20. Jahrhunderts vorherrschenden Landwirtschaft bot ab dem Jahre 1906 auch das Gipsbergwerk der Fa. Seidenstricker zusätzliche Verdienstmöglichkeiten. Die Strukturschwäche des hiesigen Raumes gepaart mit den wirtschaftlichen Folgen des I. Weltkrieges sowie der Inflation und der Weltwirtschaftskrise der 20er Jahre sorgten aber dennoch dafür, dass Seckach bis zum Ende des II. Weltkriegs rd. 100 Einwohner verlor.

Während des II. Weltkriegs wurden Teile der kriegswichtigen Produktion der Fa. Fichtel & Sachs aus Schweinfurt in das Seckacher Gipsbergwerk ausgelagert und für die hierdurch nach Seckach gekommenen Arbeiter u.a. das Barackenlager „Teufelsklinge“ errichtet. Dieses diente dann im Jahre 1946 als zentrales Durchgangslager für den Landkreis Buchen, als es nämlich galt, insgesamt 22.000 Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten aufzunehmen. Durch den in der Folge einsetzenden Strukturwandel weg von der Landwirtschaft und hin zu Industrie und Dienstleistung begann sich Seckachs Verkehrsgunst auch positiv auf die Entwicklung der Einwohnerzahl auszuwirken – ein Standortvorteil, der auch heute noch „zieht“. Viele Neubürger blieben jedenfalls gleich da und die Gemeinde wies bereitwillig Bauland aus. Als Folge hiervon stieg die Einwohnerzahl in den Folgejahren geradezu explosionsartig an und durchbrach bereits Anfang der 60er Jahre die 2.000er-Grenze. Nicht zuletzt das im Jahre 1967 eröffnete Hallenbad war Ausdruck der stark gewachsenen Leistungsfähigkeit des Ortes.

Mit dem 1951 in dem o.g. Barackenlager gegründeten Kinder- und Jugenddorf Klinge (siehe Grußwort des Dorfleiters des Kinder- und Jugenddorf Klinge und Homepage) sowie der seit 1961 bestehenden Maschinenfabrik (heute Fa. Hilite) wurden weitere Arbeitsmöglichkeiten geschaffen, aber dennoch gibt es in Seckach bis zum heutigen Tag einen großen Auspendlerüberschuss.

Heute leben im Ortsteil Seckach einschl. dem Kinder- und Jugenddorf Klinge über 2.300 Einwohner und die Verkehrsgunst hat sich mit dem im Jahre 2003 erfolgten Anschluss Seckachs an die S-Bahn RheinNeckar noch weiter gesteigert. Die seit den 50er Jahren entstandenen großflächigen Neubaugebiete erstrecken sich an der den Ort im Osten einrahmenden Hügelkette vom Ortsausgang in Ri. Bödigheim bis zum Oberdorf des Kinder- und Jugenddorfes Klinge; erst das jüngste Neubaugebiet „Steinigäcker-Gänsberg“ findet sich an der Südwestseite des Ortes in Richtung Oberschefflenz. Der vollständige Rückzug der Landwirtschaft aus dem alten Ortskern hat Seckach in den letzten 50 Jahren nachhaltig verändert. In den 80er Jahren und erneut seit dem Jahre 1995 erhält die Gemeinde bei diesem Strukturwandel Unterstützung durch Städtebaufördermittel, wodurch die Strukturen des Altortes sowohl in Bezug auf die Bausubstanz und Wohnqualität als auch einwohnermäßig nachhaltig verbessert werden konnten. Rein äußerlich wird die städtebauliche Aufwertung Seckachs am meisten im Bereich der Einmündung der Eicholzheimer Straße in die Bahnhofstraße mit der ortsbildprägenden Pfarrkirche „St. Sebastian“ und dem in den Jahren 2001 – 2003 sanierten und erweiterten Rathaus samt Vorplatz und Verkehrskreisel deutlich. Der Bahnhofsbereich samt südlichem Ortseingang aus Ri. Zimmern erfuhr in den Jahren 2012/ 13 eine deutliche Aufwertung; die Wiederbelebung des ehem. Empfangsgebäudes am Seckacher Bahnhof sowie des sog. „Lamm-Areals“ sollen folgen.Die zentralörtliche Bedeutung Seckachs spiegelt sich aber nicht nur im Rathaus als Verwaltungssitz der Gesamtgemeinde sowie in dem bereits erwähnten wieder. Vielmehr sind hier auch alle Güter des täglichen Bedarfs erhältlich und es werden die notwendigen ärztlichen und gesundheitsnahen Dienstleistungen vorgehalten. Die Seckachtalhalle ist der kulturelle Mittelpunkt des Ortes und die Sportanlagen des SV Seckach bieten neben einem Sportplatz und einer Kegelbahn noch eine weitere Sporthalle. Neben diesem Mehrspartenverein gibt es zahlreiche weitere Vereine aus dem sportlichen, kulturellen und sozialen Bereich und schließlich zeichnet sich der Ortsteil Seckach auch noch durch zahlreiche Kunstwerke vor und in zahlreichen öffentlichen Gebäuden und den Skulpturenpark im Gemeindewald in Ri. Schlierstadt aus.

Thomas Ludwig
-Bürgermeister-